Mallorcas Perreras

Hier moechten wir Ihnen nach Moeglichkeit einen kleinen Einblick in die hiesigen Perreras, den sogenannten Toetungsstationen, gewaehren. Es gibt nicht viele Perreras auf der Insel, da "Son Reus" , die groesste Toetungsstation Mallorcas, von vielen kleinen Gemeinden die Funktion der Auffangsstation uebernommen hat. Erst seit kurzem funktioniert das nicht mehr, es sind einfach zuviele Tiere, die in Son Reus aufgefangen werden muessen.  Es gibt auch Perreras, die von Tierschuetzern uebernommen und betrieben werden. Dort wird natuerlich nicht getoetet. Neben Son Reus gibt es die Perrera hier in Inca, mit der wir vorrangig zusammenarbeiten und die von der Firma Natura Parc gefuehrt wird. Dann gibt es 2 noch sehr schlimme Perreras, naemlich die in Sant Llorenc und die in Llucmajor. In Sant Llorenc gibt es weder Oeffnungszeiten noch kommt man in die Station irgendwie rein. Der einzige Weg ist ueber eine dort ansaessige Tierschuetzerin. Es werden dort Hunde wahllos zusammengefercht, es gibt haeufig Beissereien und nicht selten Todesfaelle. Wenn ein Betreuer in Urlaub geht und die Perrera an seinen Kollegen uebergibt, dann nur "sauber" - heisst alle Hunde werden umgebracht.  Das ist in Llucmajor schon ein wenig besser. Es gibt Oeffnungszeiten und man kann auch einen Hund reservieren. Das ist fuer die Tierschuetzer besonders wichtig, da man ja eine Unterkunft organisieren muss wohin der Hund kann bevor er vermittelt ist oder nach Deutschland ausfliegt. 

Wir wollen versuchen Ihnen hier auch Bilder zu zeigen von den einzelnen Perreras. Bitte haben Sie etwas Geduld, wir fangen gerade an Fotos zu bekommen oder selbst welche zu machen.

In allen Perreras haben aufgefundene Hunde, die keinen Chip haben, eine gesetzliche Aufbewahrungsfrist. Die dient dazu dem Besitzer die Moeglichkeit zu geben, seinen Hund zu suchen und wieder abzuholen. Geschieht in der Regel nicht sehr oft, da die Leute sich lieber "frischen Nachschub" holen und ausserdem muessen sie bei der Abholung ihres Hundes eine Strafe bezahlen. Nach dieser Frist laeuft dann die Zeit fuer den Hund. Wer keine "Reservierung" hat, dem droht nach ein paar wenigen Tagen die Einschlaeferung.  Bei Hunden, die mit einem chip gefunden werden, muss der Besitzer ermittelt und dieser muss den Hund freigeben oder abholen. Wenn der Chip nicht registriert ist, wird im jeweiligen Rathaus ein Aushang gemacht. Erst wenn sich darauf hin niemand findet, darf der Hund von der Perrera vermittelt werden.

Trotz der wirklich vielen Tierschuetzer hier auf der Insel muessen immer noch jedes Jahr tausende Tiere sterben. Das ist aber nicht das Bestreben oder die Schuld der Perreras sondern das Problem der Bevoelkerung, die einfach zuviele Welpen nachproduziert. Es ist utopisch zu behaupten, man wuerde irgendwann in den naechsten Jahren kein Tier mehr auf Mallorca toeten. Man muss sich nur vorstellen das z.B. jaehrlich auf den Balearen 3.000 (Beispielzahl aber nahe der Realitaet) Haustiere eingeschlaefert werden. Wenn man das nicht tun wuerde ..... hat man in 3 Jahren rund 10.000 Tiere!!! Wohin soll man mit dieser Anzahl armer Kreaturen? Hier ist wirklich ganz ganz dringend die Politik gefragt. Es MUSS ein Umdenken in der Bevoelkerung stattfinden und der Anfang sollte bei den Juengsten, bei den Kindern in Schulen und Kindergaerten stattfinden. Aufklaerung ueber Kastrationen und Tierhaltung waere dringend noetig.